Pre-Order klingt verlockend: keine Lagerkosten, keine Überproduktion, direkte Nachfrage. Gerade junge Marken und Creator-Labels greifen deshalb gerne zu diesem Modell. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Pre-Order wird oft unterschätzt – und kann Marken nachhaltig schaden, wenn die Produktion nicht absolut stabil steht.
Markt- und Trendkontext: Warum Pre-Order aktuell so beliebt ist
In den letzten Jahren hat sich das Konsumverhalten stark verändert. Nachhaltigkeit, Individualität und Exklusivität sind gefragter denn je. Gleichzeitig stehen viele Marken unter wirtschaftlichem Druck: Hohe Produktionskosten, schwankende Nachfrage und unsichere Absatzmärkte zwingen zu flexiblen Strategien. Pre-Order scheint hier die perfekte Lösung zu sein.
Gerade in der Streetwear- und Creator-Ökonomie hat sich das Modell etabliert. Inspiriert von Drop-Modellen großer Brands wie Supreme oder Fear of God setzen junge Labels auf limitierte Vorverkäufe. Diese Strategie erzeugt Hype, reduziert das Risiko und suggeriert Exklusivität – zumindest auf dem Papier.
Doch diese Idealisierung verkennt oft die Realität hinter den Kulissen: Pre-Order ist kein Shortcut, sondern ein Commitment, das auf soliden Prozessen basieren muss.
Der Mythos Pre-Order: Warum es oft wie eine Abkürzung wirkt
Das Konzept ist simpel: Kund:innen bestellen im Voraus, Marken produzieren nur das, was wirklich gebraucht wird. Im besten Fall entstehen so keine Restbestände, die Liquidität bleibt erhalten, die Produktion wird nachhaltiger. Doch in der Praxis zeigt sich: Ohne fundierte Produktionsplanung gerät Pre-Order schnell aus dem Ruder.
Viele Labels kommunizieren Lieferzeiträume, die eher Wunschdenken als realistische Planung sind. Sobald es zu Verzögerungen kommt, beginnt ein Dominoeffekt: Produktion verzögert sich, Kommunikation wird hektisch, Kund:innen verlieren Vertrauen. Ein professionelles Produkt verliert so seinen Wert, weil das Timing nicht eingehalten wird.
Vertrauen als Währung: Warum Pre-Order ein sensibles Versprechen ist
Pre-Order bedeutet, dass Konsument:innen in Vorleistung gehen. Sie investieren in ein Produkt, das es physisch noch nicht gibt. Diese Erwartung schafft eine besondere Verantwortung auf Markenseite. Verzögerte Lieferungen, mangelhafte Kommunikation oder qualitative Abweichungen führen schnell zu Enttäuschung und Reputationsverlust.
Besonders für junge Marken ist das fatal: Wer noch kein Vertrauen aufgebaut hat, kann es sich nicht leisten, es direkt wieder zu verlieren. Deshalb gilt: Ohne stabile Produktion keine Pre-Order.
Wo das Modell scheitert: Komplexe Prozesse und unterschätzte Risiken
Pre-Order scheitert selten am Konzept, sondern fast immer an der Umsetzung. Produktionen bestehen aus vielen, ineinandergreifenden Prozessen: Materialbeschaffung, Konfektion, Kontrolle, Transport, Zoll. Schon eine Verzögerung reicht, um die gesamte Timeline zu verschieben.
Doch die Risiken gehen weit über reine Verzögerungen hinaus:
- Branding-Effekte: Wer wiederholt Lieferzeiten nicht einhält, beschädigt seine Markenidentität.
- Customer Support-Kosten: Verzögerungen führen zu erhöhtem Kommunikationsaufwand, Refunds und Kundenfrust.
- Plattformprobleme: Auf Shopify, Etsy oder ähnlichen Plattformen können schlechte Bewertungen und Chargebacks zur Sperrung führen.
- Soziale Medien: Enttäuschte Kund:innen teilen negative Erfahrungen – öffentlich und mit weitreichenden Folgen.
Ein Beispiel: Wird ein Sample in letzter Minute geändert, verzögert sich nicht nur der Produktionsstart, sondern auch der Versandtermin. Wer solche Szenarien nicht eingeplant hat, kommuniziert Lieferzeiten, die nicht mehr einzuhalten sind. Das Ergebnis: Refunds, Vertrauensverlust, Imageschaden.
Was erfolgreiche Marken anders machen: Planung vor Pre-Order
Marken, die Pre-Order erfolgreich nutzen, haben ihre Prozesse bereits mehrfach getestet. Sie kennen ihre Lieferkette, wissen, welche Fabriken zuverlässig sind, wo Risiken liegen und wie viel Puffer realistisch einkalkuliert werden muss. Sie arbeiten mit professionellen Tech Packs und kennen die realen Produktionszeiten ihrer Partner.
Solche Marken versprechen nur, was sie halten können. Sie sehen Pre-Order nicht als schnelle Lösung, sondern als Commitment, das nur dann funktioniert, wenn alle Prozesse vorher stabil laufen.
Und genau hier kommt NABER Studios ins Spiel: Als verlässlicher Produktionspartner begleiten wir Marken durch jeden Schritt – von der ersten Idee bis zur finalen Auslieferung. Wir sorgen dafür, dass Timelines realistisch sind, Qualität gesichert ist und Kommunikation funktioniert. Unser Team kennt die Herausforderungen und übernimmt den kompletten Produktionsprozess für unsere Kund:innen.
Die bessere Alternative: Micro-Collections mit realistischer Planung
Statt sofort auf Pre-Order zu setzen, empfiehlt sich für viele junge Marken ein anderer Ansatz: Kleine, klar definierte Produktionsmengen in überschaubaren Stückzahlen. Diese Micro-Collections ermöglichen eine hohe Qualitätskontrolle, planbare Lieferzeiten und echte Erfahrungswerte.
Sie schaffen Strukturen, die Marken wachsen lassen: weniger Stress, bessere Marge, klarere Prozesse. Und sie ermöglichen ein organisches, nachhaltiges Markenwachstum – Schritt für Schritt.
Was professionelle Produktionsplanung konkret bedeutet
Professionelle Produktionsplanung umfasst weit mehr als Deadlines:
- Realistische Timelines auf Basis konkreter Erfahrungswerte
- Getestete Materialien und Produktionspartner
- Klare Dokumentation durch Tech Packs und Musterfreigaben
- Puffer für Lieferverzögerungen und saisonale Engpässe
- Kommunikationsstrategien für unterschiedliche Szenarien
Ein solides Fundament ist entscheidend – nicht nur für Pre-Order, sondern für jede Form der Produktion. Wer dabei nicht allein agieren möchte, findet in NABER Studios einen Partner, der nicht nur begleitet, sondern aktiv Verantwortung übernimmt.



